Über uns
Innovation, Arbeit und Integration
Wir bieten langzeiterwerbslosen Menschen eine sinnvolle Beschäftigung, ein soziales Netzwerk und Unterstützung bei der beruflichen Integration.
Gestartet sind wir 1997 als Arbeitslosenprojekt im Emmental. Die bewachte Velostation in Burgdorf entstand auf Initiative von PRO VELO Emmental – in Zusammenarbeit mit der Stadt und im Rahmen des Projekts «Fussgänger- und Velomodellstadt». Kurz darauf folgte mit dem Velo-Hauslieferdienst ein weiteres Angebot mit direktem Nutzen für die Region.
Was klein begann, hat sich kontinuierlich weiterentwickelt: Heute betreiben wir mehrere Standorte und bieten Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Bereichen. Jährlich begleiten wir über 600 Teilnehmende auf ihrem Weg zurück in den Arbeitsmarkt.
Seit 2011 führen wir diese Arbeit unter dem Namen Stiftung intact – mit dem gleichen Ziel wie 1997: Menschen eine echte Perspektive zu geben und sie Schritt für Schritt zurück in den Arbeitsmarkt zu begleiten.
Leitbild
Vision
Die Menschen im Emmental schätzen ihre Arbeit, das Unterwegssein und die Begegnung in einer lebenswerten Region. Auch benachteiligte Mitglieder der Gesellschaft sind integriert.
Zweck
Wir erbringen sozial und ökologisch sinnvolle Dienstleistungen. Tragende Eckpfeiler sind eine nachhaltige Mobilität, Begegnungsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit und innovative Produkte mit regionaler Wertschöpfung.
Die folgenden Kernsätze - illustriert mit Anekdoten aus dem intact-Alltag - sind die Basis unserer gemeinsamen Arbeit.
kompetent
Wir wollen unsere Kompetenzen und die Kompetenzen der Teilnehmenden erkennen, richtig einsetzen und weiterentwickeln.
Teilnehmer als Wissensträger - aus dem Hauslieferdienst Langnau
"Im Hauslieferdienst kommt es vor, dass Lieferungen an eine falsche Adresse gebracht oder Taschen vertauscht werden. Eines Tages ruft Frau B. an, sie habe statt des schönen Blumenstrauss, welche sie ihrer 94 jährigen Mutter schenken wollte, zwei Sechserpack Bier erhalten. Ihre Mutter trinke aber kein Bier und in ihrem Alter sei es ja sowieso nicht empfehlenswert, Alkohol zu trinken! Sie möchte gerne bei ihrem ursprünglichen Geschenk bleiben und bitte darum, dass wir das Bier abholen und dafür die Blumen bringen. Da ist guter Rat teuer, denn die Blumen wurden bereits ausgeliefert, wir wissen allerdings nicht, wohin, da der zuständige Fahrer bereits Feierabend hat. Wo das Bier hingehört, wissen wir auch nicht, denn es hat noch niemand angerufen, er habe es nicht erhalten.
In einem solchen Moment sind kompetente Teilnehmende gefragt, die bereits einige Zeit bei intact arbeiten und unsere Kundschaft kennen. H. meldet sich sofort, als ich die Problematik mit den Fahrer*innen bespreche: Er kenne Frau B., sie habe schon öfter Blumen bestellt und das Bier müsse sicher zu Frau M., die lasse sich fast täglich einige Sixpacks liefern. Ohne zu zögern, holt er die falschen Lieferungen ab und bringt sie an die richtigen Adressen. Ich bin dankbar, dass manche Teilnehmende grössere Kompetenzen haben als ich – und freue mich darüber, dass die rasche Lösung dieses Problems den Selbstwert des Teilnehmers steigert."
respektvoll
Mit gegenseitiger Wertschätzung und Respekt ermöglichen wir ein gutes Arbeitsklima.
Vertrauen zum Mitarbeiter - aus dem Leitungsteam
„Ich hatte letztes Jahr Differenzen mit einem Mitarbeiter aus meinem Team. Die Spannungen gingen so weit, dass eine Supervision nötig wurde. Ich habe mir anfangs Jahr zum Ziel gesetzt, einen bewusst respektvollen Umgang mit ihm zu pflegen.
Heute verstehen wir uns gut und können produktiv zusammenarbeiten. Ich versuchte, mich auf mein eigenes Verhalten und Handeln zu konzentrieren und ihm Vertrauen entgegen zu bringen. Auch er war bemüht, etwas zu verändern und so sind wir beide einen Schritt auf den andern zugegangen.“
achtsam
Wir schaffen auf der Basis von Achtsamkeit, Zuverlässigkeit und Vertrauen ein Arbeitsumfeld, das die Entwicklung aller Teilnehmenden fördert.
Verantwortung - aus dem Bereich Garten & Landschaft
„Wir mähen zweimal im Jahr die Brüder-Schnell-Terrasse mit der Motorsense. Die Tiefgarageneinfahrt ist auch oben zu mähen, wo es keine Sicherung und kein Geländer gibt. Ein Teilnehmer, der oft alkoholisiert zur Arbeit kommt – so auch an besagtem Tag – war gekränkt, als ich ihm diesen Teil der Arbeit abnahm und ihm eine andere Beschäftigung zuwies.
Ich versuchte ihm zu erklären, dass ich die Verantwortung für die Arbeitssicherheit der Mitarbeitenden trage und es ausserdem auch Konsequenzen für mich im Falle eines Arbeitsunfalls hätte. Er war nach dem Gespräch wieder ruhiger und zeigte Verständnis.“
anspruchsvoll
Wir sind anspruchsvoll und fordern uns und die Teilnehmenden unter Berücksichtigung ihrer Stärken und Schwächen.
Gerecht sein und "gleich" behandeln ist oft nicht dasselbe - aus dem Recycling
„Ein Teilnehmer kommt mit dem Bus immer 5 Minuten zu spät (oder 25 Minuten zu früh). Der Teilnehmer ist nah dran, auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehen zu können. Aus diesem Grund verlange ich von ihm Pünktlichkeit.
Der Teilnehmer empfindet es als ungerecht, dass ein anderer Mitarbeiter ebenfalls mit diesem Bus kommt und ich dessen Verspätung toleriere. Nach meiner Erklärung, wieso ich nicht bei allen Teilnehmenden die gleichen Anforderungen stellen kann und will, akzeptiert er diese „Ungleichbehandlung“ und sieht sogar eine gewisse Anerkennung darin.“
sinnstiftend
Unsere Arbeit stiftet Sinn, zeigt Wirkung und öffnet Perspektiven.
Engagement am Jubiläumsanlass - aus dem Leitungsteam
„Der Jubiläumsanlass hat mir den Sinn unserer Arbeit bei der Stiftung intact eindrücklich vor Augen geführt. Mit grossem Engagement und Freude haben Mitarbeitende und Teilnehmende den Anlass gemeinsam auf die Beine gestellt. Ich war beeindruckt und berührt davon, mit wieviel Einsatz und Verbundenheit alle dabei waren. Die Darbietungen, der Film und vieles mehr haben mir gezeigt: unsere Arbeit ist sinnstiftend und nachhaltig.“

