Stiftung

Innovation, Arbeit und Integration

Die Stiftung intact bietet erwerbslosen Menschen eine sinnvolle Beschäftigung, ein soziales Netzwerk und Unterstützung bei der beruflichen Integration.

Ursprünglich als einfaches Arbeitslosenprojekt lanciert, hat sich der Betrieb stets weiter entwickelt und bietet heute an drei Standorten in unterschiedlichsten Bereichen Einsatzmöglichkeiten für Erwerbslose an.

Organigramm

Geschichte

Die Bewachte Velostation beim Bahnhof Burgdorf entstand im Frühjahr 1997 auf Initiative von PRO VELO Emmental in Zusammenarbeit mit den Stadtbehörden und den Verantwortlichen des Projektes "Fussgänger- und Velomodellstadt". Im Oktober desselben Jahres wurde der schweizweit erste Velo-Hauslieferdienst lanciert.

Bis 1999 wurden die Beschäftigungsplätze durch den Bund getragen, später durch den Kanton und die Gemeinden. Aus dem kritischen Wohlwollen, das dem Langzeiterwerbslosenprojekt anfänglich entgegengebracht wurde, ist breite Akzeptanz und offene Anerkennung geworden. Zählte die Velostation anfangs ein Dutzend Mitarbeiter, sind es heute um die 50 Mitarbeitende und 500 Teilnehmende pro Jahr.

Seit 2011 läuft der Betrieb unter dem neue Namen Stiftung intact.

Leitbild

Vision

Die Menschen im Emmental schätzen ihre Arbeit, das Unterwegssein und die Begegnung in einer lebenswerten Region. Auch benachteiligte Mitglieder der Gesellschaft sind integriert.

Zweck

Wir ermöglichen benachteiligten Menschen Beschäftigung und Integration mit sinnvollen Arbeitsangeboten und eröffnen ihnen Chancen für den Übertritt in den ersten Arbeitsmarkt.
Wir erbringen sozial und ökologisch sinnvolle Dienstleistungen. Tragende Eckpfeiler sind eine nachhaltige Mobilität, Begegnungsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit und innovative Produkte mit regionaler Wertschöpfung.

Die folgenden Kernsätze - illustriert mit Anekdoten aus dem intact-Alltag - sind die Basis unserer gemeinsamen Arbeit.

 

 

kompetent

Wir wollen unsere Kompetenzen und die Kompetenzen der Teilnehmenden erkennen, richtig einsetzen und weiterentwickeln.

Teilnehmer als Wissensträger - aus dem Hauslieferdienst Langnau

"Im Hauslieferdienst kommt es vor, dass Lieferungen an eine falsche Adresse gebracht oder Taschen vertauscht werden. Eines Tages ruft Frau B. an, sie habe statt des schönen Blumenstrauss, welche sie ihrer 94 jährigen Mutter schenken wollte, zwei Sechserpack Bier erhalten. Ihre Mutter trinke aber kein Bier und in ihrem Alter sei es ja sowieso nicht empfehlenswert, Alkohol zu trinken! Sie möchte gerne bei ihrem ursprünglichen Geschenk bleiben und bitte darum, dass wir das Bier abholen und dafür die Blumen bringen.Da ist guter Rat teuer, denn die Blumen wurden bereits ausgeliefert, wir wissen allerdings nicht, wohin, da der zuständige Fahrer bereits Feierabend hat. Wo das Bier hingehört, wissen wir auch nicht, denn es hat noch niemand angerufen, er habe es nicht erhalten. In dem Moment sind kompetente Teilnehmer gefragt, welche bereits seit einiger Zeit bei uns arbeiten und unsere Kunden kennen. H. meldet sich sofort, als ich die Problematik mit den Fahrern bespreche: Er kenne Frau B., sie habe schon öfter Blumen bestellt und das Bier müsse sicher zu Frau M., die lasse sich fast täglich einige Sixpacks liefern. Ohne zu zögern, holt er die falschen Lieferungen ab und bringt sie an die richtigen Adressen.Ich bin dankbar, dass manche Teilnehmer grössere Kompetenzen haben als ich – und freue mich darüber, dass die rasche Lösung dieses Problems den Selbstwert des Teilnehmers steigert."

 

 

respektvoll

Mit gegenseitiger Wertschätzung und Respekt ermöglichen wir ein gutes Arbeitsklima.

Vertrauen zum Mitarbeiter - aus dem Leitungsteam

„Ich hatte letztes Jahr Differenzen mit einem Mitarbeiter aus meinem Team. Die Spannungen gingen so weit, dass eine Supervision nötig wurde. Ich habe mir anfangs Jahr zum Ziel gesetzt, einen bewusst respektvollen Umgang mit ihm zu pflegen. Heute verstehen wir uns gut und können produktiv zusammenarbeiten. Ich versuchte, mich auf mein eigenes Verhalten und Handeln zu konzentrieren und ihm Vertrauen entgegen zu bringen. Auch er war bemüht, etwas zu verändern und so sind wir beide einen Schritt auf den andern zugegangen.“

 

 

achtsam

Wir schaffen auf der Basis von Achtsamkeit, Zuverlässigkeit und Vertrauen ein Arbeitsumfeld, das die Entwicklung aller Teilnehmenden fördert.

Verantwortung - aus dem Bereich Garten & Landschaft

„Wir mähen zweimal im Jahr die Brüder-Schnell-Terrasse mit der Motorsense. Die Tiefgarageneinfahrt ist auch oben zu mähen, wo es keine Sicherung und kein Geländer gibt. Ein Teilnehmer, der oft alkoholisiert zur Arbeit kommt – so auch an besagtem Tag – war gekränkt, als ich ihm diesen Teil der Arbeit abnahm und ihm eine andere Beschäftigung zuwies.
Ich versuchte ihm zu erklären, dass ich die Verantwortung für die Arbeitssicherheit der Mitarbeitenden trage und es ausserdem auch Konsequenzen für mich im Falle eines Arbeitsunfalls hätte. Er war nach dem Gespräch wieder ruhiger und zeigte Verständnis.“

 

 

anspruchsvoll

Wir sind anspruchsvoll und fordern uns und die Teilnehmenden unter Berücksichtigung ihrer Stärken und Schwächen.

Gerecht sein und "gleich" behandeln ist oft nicht dasselbe - aus dem Recycling

„Ein Teilnehmer kommt mit dem Bus immer 5 Minuten zu spät (oder 25 Minuten zu früh). Der Teilnehmer ist nah dran, auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehen zu können. Aus diesem Grund verlange ich von ihm Pünktlichkeit.
Der Teilnehmer empfindet es als ungerecht, dass ein anderer Mitarbeiter ebenfalls mit diesem Bus kommt und ich dessen Verspätung toleriere. Nach meiner Erklärung, wieso ich nicht bei allen Teilnehmenden die gleichen Anforderungen stellen kann und will, akzeptiert er diese „Ungleichbehandlung“ und sieht sogar eine gewisse Anerkennung darin.“

 

 

sinnstiftend

Unsere Arbeit stiftet Sinn, zeigt Wirkung und öffnet Perspektiven.

Engagement am Jubiläumsanlass - aus dem Leitungsteam

„Der Jubiläumsanlass hat mir den Sinn unserer Arbeit bei der Stiftung intact eindrücklich vor Augen geführt. Mit grossem Engagement und Freude haben Mitarbeitende und Teilnehmende den Anlass gemeinsam auf die Beine gestellt. Ich war beeindruckt und berührt davon, mit wieviel Einsatz und Verbundenheit alle dabei waren. Die Darbietungen, der Film und vieles mehr haben mir gezeigt: unsere Arbeit ist sinnstiftend und nachhaltig.“